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TdNB – Tag 5

Dieser Tag stand ganz unter dem Thema “Küste und Küstenstädte der nördlichen Bretagne”.

So langsam bekamen wir ein Gefühl, wieviele Städte bzw. “Landschaften” man an einem Tag inklusive Anreise zur nächsten Unterkunft sich anschauen kann. Anfänglich wollten wir noch stets die schönsten Dörfer Frankreichs dieser Regionen mitnehmen, dies liesen wir aber bereits nach dem ersten oder zweiten Dorf sein. Dafür genossen wir einfach mehr Zeit an weniger Orten. Quasi von Quantität auf Qualität, oder so. Im Schnitt haben wir an einem Tag vier “Dinge” besucht.
Der erste Ort am fünften Tag ist das kleine Städtchen Cancale, noch relativ nah am Mont-Saint-Michel. Ich glaube es wurde uns empfohlen, oder wir haben uns es selbst rausgesucht. Ich weiß es nicht mehr. Es war auch mehr eine Stipvisite, denn wir waren da nur unter einer Stunde. Doch diese Stunde reichte um eine Lektion für den Rest der Reise zu lernen: wenn es etwas im Angebot gibt, nimm es mit, es kommt nie wieder! Wir standen also mitten in einem kleinen Markt, vielleicht fünf bis acht Stände, die fangfrische Austern und Fisch anboten. Bis auf den Fisch alles auch gleich zum kosten, sofort speisen. Und da standen wir nun, diskutierten ob oder ob nicht, und entschieden uns, bedingt durch die Krankheit, darauf zu verzichten und später (haha) auf dem nächsten Markt zu kosten. Gut, dass nie wieder einer dieser Sorte zu sehen war.

Cancale ist, in der Nebensaison, wenn nicht allzu viele Touristen da sind, definitiv einen Besuch wert. Nirgendwo wird es wieder so viel Austern geben wie hier..

Nach Cancale fuhren wir, geführt mit dem Navi, zur nächst größeren Stadt: Saint-Malo. Beeindruckend von der dortigen, gewaltigen Stadtmauer parkten wir das Auto auf einem Parkplatz davor und liefen in die geschützte Innenstadt. Kreuz und quer, nach links in eine Seitenstraße, Treppen hoch, nach rechts in die nächste kleine Straße, sind wir dann bei der Kirche rausgekommen und wenige Minuten später dann auf der anderen Seite der Stadt am Strand. Dort sah man eine Menge Sand und eine kleine vorgelagerte Insel. In diesem Zusammenhang war das Warnschild “lustig”, welches sagte, dass man bei Flut auf keinen Falle versuchen sollte zum Festland zurückzulaufen, sondern auf der Insel auf die Ebbe warten solle. Wir lasen, lachten und liefen los. Der Ausblick von der Insel auf’s Meer, die anderen kleinen Inseln, sowie die Stadt waren atemberaubend. Noch viel besser war, das Wetter spielte mit. Es schien die Sonne, ein bisschen Wind kühlte uns und, noch viel wichtiger, es war gerade Ebbe, sprich das Wasser ging zurück. Dadurch wurde der Weg zu einer zweiten Insel im Wasser freigelegt, den wir dann auch ging. Leider war das Gebäude auf der Insel verschlossen, so dass ich nur ein bisschen über große Steine kletterte und wir dann wieder den Weg zurück in die Stadt nahmen. Da wir beide Hunger hatte bewegten wir uns zurück zum Auto, wo unser Mittag, Reis vom Vortag verwertet zu einem Reissalat, wartete. Viel zu früh um die tolle Stadt schon wieder zu verlassen, suchten wir zum Mittag uns einen Platz auf der Stadtmauer und liefen nach erfolgreicher Nahrungsaufnahme noch die Runde zu Ende und haben damit so gut wie die komplette Innenstadt gesehen.

Das nächste Ziel sollte eine altertümliche Festung im Meer sein. Gelegen auf oder nahe dem Cap Fréhel. Leider hatte es geschlossen. War jetzt, so für mich in diesem Moment nicht weiter tragisch, konnte ich doch noch die Glückshormone vom Auto-über-Ralleygelände-treten genießen. Wir hielten an dieser Stelle auch kurz an um sowohl eine gute Aussicht auf das vor uns liegende Cap festzuhalten, als auch ein breites Feld von Stechginster zu betrachten.
Auf dem Cap selbst waren zwei Leuchttürme, ein älterer inaktiver und ein neuerer aktiver, sowie eine fantastische Felsküste zu bestaunen.

Zur Abwechslung und zur Neutralisierung von soviel Natur sind wir anschließend wieder in eine Stadt gefahren. Nach Saint-Brieuc. Wie man sich vielleicht denken kann, stank die Stadt im Vergleich zur Natur (und zu Saint-Malo) gewaltig ab. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Verkehr wurde durch die kleinen engen Straßen der Stadt gelenkt. So sind wir eine Stunde durch die Stadt gelaufen, haben hier und da ein paar Fotos gemacht und sind dann gegen 18 Uhr zur nächsten Unterkunft in Ploulec’h gefahren.

Die Anreise dahin verlief an sich gut, inzwischen fuhren wir nach GPS-Koordinaten. Allerdings wurden nicht immer die richtigen angegeben, oder wir waren zu dämlich. Denn hier sind wir zu weit gefahren. Wir durchkreuzten ein Dorf mit sehr vielen Gîtes de France-Zeichen, dem Symbol für Gästezimmer in Frankreich, auf welche wir nun fixiert waren und diese schon auf viele hundert Meter gegen den Wind erkennen konnten und kamen, als das Navi das erreichte Ziel ansagte, an einem alten Stall an. Ge-nau. Wir drehten wieder um, fuhren zurück ins Dorf, hielten an, Maria sprang raus um im nächstbesten Haus nachzufragen und, wie der Zufall so wollte, waren wir sofort richtig. Wir wurden von begrüßt, uns wurde das Zimmer gezeigt. Wir waren separat in einem Haus, in einem Vierseitenhof untergebracht. Es war schon echt toll, spitze eingerichtet, farblich aufeinander abgestimmt, allerdings, für uns als Kontinentaleuropäer mit einem kleinen Manko: keine Tür zum Bad. Nun ja, wir haben es überlebt. Dennoch sei die Unterkunft, weil alles sehr familiär zu geht, mit super Frühstück etc pp und in guter Lage, empfohlen!