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Der Umgang mit Studenten

Anfang des Sommersemesters 2009 entschloss ich mich an einem Seminar des Lehrstuhls für Marketing der TU Dresden in Zusammenarbeit mit einem KMU zum Thema “Guerilla Marketing” teilzunehmen.
Schnell wurde ein fast perfektes Team gefunden, wir waren eins von insgesamt vieren, die Aufgaben wurden verteilt und bearbeitet, Zwischenergebnisse bei der Firma präsentiert, Summaries abgegeben, vier Ansätze für interessante Maßnahmen vom KMU ausgewählt und uns zur weiteren Bearbeitung überlassen.
So nach und nach reiften bei uns drei kleinere und ein größeres Projekt, ein Stop-Motion-Film, heran.
Der Tag der Abschlusspräsentation rückte immer näher. Eben für die Präsentation hatten wir angefangen vier Szenen für den Stop-Motion-Film zu “drehen”. Die Szenen waren fertig. Wir stolz wie ein Schnitzel.
Am Tag der finalen Vorstellung unserer Ideen wurden wir vom Lehrstuhl überrascht in dem uns angekündigt wurde, dass wir doch gefälligst vor der Präsentation sämtliche Rechte an unseren Ideen an das KMU abzutreten hätten. Wenn wir das nicht wöllten, könnten wir die Idee, ggf. eine anfängliche Umsetzung, nicht präsentieren. Wir waren geschockt, entschlossen uns aber, auch aus dem Grund, dass eine Änderung der Präsentation (zeitlich) nicht mehr möglich war, unseren derzeitigen Arbeitsstand dem Lehrstuhl sowie der Firma zu präsentieren und im Nachhinein das KMU zu fragen, ob wir die Idee behalten dürften. Gesagt getan, im Anschluss an die Veranstaltung bekamen wir eine mündliche Zusage, dass wir einen Ausschluss für den “Film” unter die Rechteabgabe einfach darunter schreiben sollten. Dies taten wir natürlich, freudig darüber, dass unsere Idee bei uns blieb.

Die Antwort kam postwendend. Nicht von der Firma, vom Lehrstuhl. Dieser war überrascht und drohte mit der Nichtwertung unseres “Films” als Maßnahme, da wir nicht auf die Rechte verzichtet haben. Besser noch, wir würden einen Notengrad schlechter bewertet werden. Erneut schockiert suchten wir das Gespräch mit unserer verantwortlichen Betreuerin. Wir erfuhren, dass wir ohne den Film eine 2,7 erhalten würden, mit Film eine 1,7. Da wir vor dem Seminar in der Gruppe beschlossen hatten, dass wir alle ein (sehr) gute Note erhalten möchten, entschlossen wir uns, im Gespräch, für die Note und gaben auch die Rechte an der Idee für den Film ab. Wir fragten noch kurz nach, warum es nur eine 1,7 geworden ist und wurden mit einer Bewertung nach objektiven Maßstäben vertröstet. Diese Maßstäbe wurden uns auch auf Nachfrage weder erklärt, noch gezeigt. Etwas frustriert über “nur” eine 1.7, fingen wir an uns zu fragen, was wohl die anderen Gruppen so erhalten haben. Zu diesem Zeitpunkt war uns auch klar, dass wir wohl nicht die besten gewesen sind.. dennoch. So nach und nach haben wir die Ergebnisse der anderen zusammengetragen und dies wirft ein komplett neues Licht auf die Sache: Alle anderen Gruppen, im übrigen mit sofortigen Verzicht auf ihre Ideen, haben eine 1.0 erhalten.

Wir hegen nun die Vermutung, dass es eine hohe Korrelation zwischen unserem anfänglichen Nicht-Verzicht und unserer Note gibt. Wir waren sicherlich nicht die besten, aber auch nicht die schlechtesten, so dass eine Abstufung von 0,7 Punkten zu rechtfertigen wäre. Nun werden wir versuchen einen neuen Termin zu bekommen, um die objektiven Kriterien einzusehen und eine hieb- und stichfeste Begründung unserer Note zu erhalten…

4 Comments

  1. Ronny
    Posted 19 Jul ’09 at 15:18 | Permalink

    Viel Glück. Das ganze stinkt doch wrklich gewaltig.

  2. x-storm
    Posted 19 Jul ’09 at 22:59 | Permalink

    Tja, da ahnt man dann, was einem an der TU Dresden in Bälde mit der neuen Hochschulordnung erwartet, da die Wirtschaftsvertreter in den Gremien sitzen und die Studenten nur noch in der Vorlesung anwesend sein dürfen, aber keine Mitbestimmungsrechte, geschweige denn Anhörungsrechte, mehr besitzen.

    Sollte man sich genau überlegen, ob man noch an der TU oder in Sachsen überhaupt studieren will…

  3. Posted 21 Jul ’09 at 17:15 | Permalink

    strange. auf sowas kamen die bei uns bisher nicht. eher wusste man nie so genau, wie etwas veröffentlicht werden könnte, weil keiner sich so recht damit beschäftigt hat.

  4. Posted 23 Jul ’09 at 17:52 | Permalink

    alternative idee: mach n film aus der story – das wird n erfolg … wo doch einfluss der wirtschaft auf wissenschaft gern und immer mal wieder diskutiert wird…
    ansonsten klingt es tatäschlich unglaublich unglaublich.