Sie haben festgestellt, dass Frauen gerade an ihren fruchtbaren Tagen fremdgehen – warum?
Frauen gehen sozusagen zum ‘Gen-Shopping’ für die Gene, die sie für ihren Nachwuchs wollen. Das nennt sich ‘hormone mediated adaptive design’ und bedeutet ganz einfach, dass die Frauen ihre Präferenzen zyklusabhängig ändern. Im Laufe der Evolution haben die Frauen, weil sie ein Investment benötigen in ihren Nachwuchs, Männer dahin getrieben, dass sie immer dominanter und aggressiver wurden. Doch dann ist ein Punkt erreicht, an dem die Männer zu aggressiv sind und nicht mehr tolerabel in Beziehungen. Jetzt machen die Frauen etwas Lustiges: Sie wählen sich für Langzeitbeziehungen die ‘Softies’, die eher effeminierten Typen, weil sie bei denen davon ausgehen können, dass die wissen, dass sie weniger attraktiv sind für Frauen und deshalb mehr investieren in den Nachwuchs. Und zum Fremdgehen, für die kompetetiven Gene sozusagen, die der Nachwuchs braucht, um sich reproduzieren zu können, da suchen sie sich dann Männer, die eben diese Gene besitzen. Und das sind dann die ‘Machos’. Und dann haben sie sozusagen mit einem Softie-Mann Macho-Kinder.
Wie reagieren Männer darauf?
Das nennt sich ‘mate guarding’: Männer sind – das wissen wir aus vielen Untersuchungen – sexuell eifersüchtig und Frauen sind eifersüchtig auf Ressourcen. Männer stellen die Frage: »Hast du mit ihm geschlafen?« und Frauen stellen die Frage: »Liebst du sie?« Und Männer entwickeln ‘mate guarding’-Verhalten, das heißt, sie versuchen den Zeitpunkt der Ovulation herauszufinden und verstärken dann ihr Bewachungsverhalten: Sie rufen häufiger an, bringen Geschenke, holen die Frau unerwartet von der Arbeit oder von der Uni ab.
audimax – Die Hochschulzeitschrift, Ausgabe 12.06, Seite 13
Schön sein ist besser – Interviewausschnitt
audimax – Die Hochschulzeitschrift, Ausgabe 12.06, Seite 13